Stilistische Vielfalt – mostly originals…
Wunderhübsche Balladen…
Offenes und Geschlossenes…
Anklänge an Scofield und Metheny werden natürlich dementiert…
Hommage an Maria Joao…
Hommage an Dave Liebman…
Pablo Picasso…
Flying…
Thomas Horstmann – guitars / synth. option
Martin Wiedmann – guitar con electronicos naturales
Matthias Daneck – drums & percussion, real loops
Billy The Kid (Horstmann)
Pablo’s Story (Liebman)
One Look, One Touch (Wiedmann)
Dave’s Tune (Horstmann)
You Knew (Wiedmann)
Waiting For Maria (Horstmann)
s/catch (Wiedmann)
Flying (Horstmann)
Homeward Bound (Horstmann)
Folksong (Horstmann)
Aus den linernotes zu Billy the Kid:
This new offering from the Horstmann_Wiedmann_Daneck Trio shows that the music performed by this intimate improvising collective continues to grow steadily and surely, with each of the members facing the musical challenges presented by these compositions in his own distinctive way.
Billy the Kid is very clearly a major step forward for the Horstmann_Wiedmann_Daneck Trio, and we listeners – and particularly those who care about the expanding possibilities of improvised music– are fortunate to have this freeze-frame record of an important moment in this trio’s ongoing evolution.
Garry Hagberg
Die Stuttgarter Zeitung 1999 (JAZZOPEN)
Zwischen Wohnzimmer und Club
Ein Rundgang durch Clubveranstaltungen am Rande der Stuttgarter Jazz Open.
Vor dem Schaufenster huschen auf der Charlottenstraße die Autos vorbei. Drinnen, im Laden von Buch Julius, singen die Gitarren von Thomas Horstmann und Martin Wiedmann mit kantig scharfen, rauhen Tönen zu den harten Rhythmen des Schlagzeugers Matthias Daneck das Lied von der Großstadt. Die Musik des Trios aber pulsiert, als gälte es, die Alltagshektik in Klänge zu fassen. Dabei übernimmt stets einer der Gitarristen die Grundierung, während der andere zu skurrilen, oft an wunderbaren Brüchen reichen Soli aufbricht. Rasche Kürzel fliegen Schlagworten gleich durch die Luft. Sie werden aufgefangen, zurückgefedert, von nervösen Schlägen auf Becken und Trommeln aufgeheizt.
Werner Stiefele
Die CD DECADE featured einige Gäste – Claus Stötter spielt Flügelhorn auf der Ballade „Losing You“, Johannes Killinger spielt Bass.
Neben Eigenkompositionen sind auch Ralph Towners „Innocenti“ und Mario Laginhas „Walking“ auf der Produktion…
A Decade of Music, a decade of change.
In the past years pieces of music came to us, evolved, they got lost and found, losing became an inspiration, observations had their musical expression and emotions weave through all of it.
Billy The Kid – factory outlet records 2001-3
Mit leichtem, gemütlichem Schritt scheint sich ein Pferd zu nähern. Ist das Billy the Kid, die Wilde Western Legende, die es in 22 Lebensjahren auf 22 erschossene Opfer gebracht haben soll?
Die seit über 15 Jahren als Duo zusammenarbeitenden Gitarristen Thomas Horstmann und Martin Wiedmann und der im Trioprojekt auf dem Album „Decade“ (1999) mitwirkende Schlagzeuger Matthias Daneck eröffnen mit ihrer Ode an den jungen Gunman ihr zweites Album. Und lassen nach den lockeren Takten zu Beginn schon kurz darauf das rebellische Wesen Billy the Kids sprechen: mit eruptiven Gitarrengewittern und scharfkantigen Tönen, die durch den Raum peitschen als habe hier wieder einer seine Schüsse aus dem Revolver abgefeuert.
Das rein instrumentale Album lebt von solchen Stimmungsbildern ebenso wie den Extremen, die von leise bis laut ausgelotet werden. Bezogen auf die minimale Besetzung von Gitarre und Schlagzeug erstaunt zudem die stilistische Vielfalt. Die Arbeitsteilung dar beiden erfahrenen Gitarristen aus dem Raum Stuttgart/Tübingen ist Garant für das Gelingen. Mal ist es Horstmann, der für das hintergründige Klanggerüst zuständig ist und dem Kollegen eine Plattform für Soli gibt, mal ist es umgekehrt. Wer wann was macht ist dank Stereo identifizierbar. Über den rechten Kanal agiert Horstmann und seine per Elektronik verfremdeten Gitarrensounds, links sorgt Wiedmann für Stimmung.
Mit einer Ausnahme (David Liebman) stammen alle Kompositionen aus der Feder des Duos Horstmann/Wiedmann – neben „Billy the Kid“ sind einige Klanggemälde auch Maria Joao und Pablo Picasso gewidmet. Die dialogisch kommunikative Situation ihrer Musik verstärken die beiden Gitarreros dadurch nur noch mehr, ihre Verständigung erfolgt allein über den Klang.
Danecks die Zwischenraume ausfüllenden Einfälle wiederum ergeben dann das Tüpfelchen aufs i.
Zelebriert wird hier die Kunst der Improvisation in geordneten Bahnen, die mal über lateinamerikanisches, mal über folkrhythmisches bis hin zu hart fusionrockendes Terrain führen.
Thomas Volkmann
Konzertbericht zum 03.12.2004 – Horstmann-Wiedmann-Daneck-Trio zum „Jazzclub Special“ im Jazzkeller
Innovatives Klang-Multiversum mit Sinn und Seele
Der erste Eindruck, einer „Symphonie für Fußschalter und Effektgeräte“ beizuwohnen, täuschte glücklicherweise beim Jazzclub Special am vergangenen Freitag. Bei freiem Eintritt für die Mitglieder gab es ein auserlesenes Schmankerl zu verkosten: „Billy the Kid“ vom Horstmann-Wiedmann-Daneck-Trio.
Wo weniger begabte Musiker sich allzu oft hinter einer synthetischen Klangflut verstecken und mit aufgesetzten Effekten ihre Einfallslosigkeit kaschieren, haben die drei großen Jungs, Thomas Horstmann, Martin Wiedmann und Matthias Daneck, sich eine elementare Spielfreude bewahrt und die Hightech-Modelleisenbahn aus den Kinderjahren durch eine Hightech-Musikausrüstung aus diversen Effektgeräten, Synthesizern, Samplern, Modulatoren und fast armdicken Kabelsträngen ersetzt. Das Vergnügen im
Umgang mit diesen, teilweise gar selbst entwickelten Spielgeräten kam bei den mitunter nur verblüfften, überwiegend aber hell begeisterten Zuhörern durchaus an. Experimentierfreunde, einmal nicht mit dem Rücken zum Publikum, sowie musikalische Innovationen mit Sinn und Seele gingen eine fruchtbare
Symbiose ein.

Eberhard Webers polyphone Exerzitien mit dem digitalen Delay aus den 1980ern fanden ebenso ihren Niederschlag, wie die Klangmodulationen der klassischen elektronischen Musik von Stockhausen und Eimert aus den 50ern. Elemente aus der Techno- und Trance-Szene, in Verbindung mit Rap-Samples aus den 90ern und Klangschichtungen a la Luigi Nono aus den 60er und 70ern ergaben in Verbindungen mit den Motivschichtungen der „Minimal Music“ aus der selben Ära ein durchaus reflektiert wirkendes Konglomerat aus verschiedenen klanglichen und strukturellen Ebenen, ein zum Teil hochkomplexes Gebilde, wie in aufwändiger Arbeit am Computer zusammengestellt, nur eben kombiniert mit einer stringenten Live-Darbietung im Jazzidiom für zwei Gitarren und Schlagzeug, die für sich genommen schon meisterlich erschien.
Die kundigen Zuhörer durften zum „Jazzclub Special“ an einer faszinierenden musikalischen Avantgarde teilhaben, in der das Neue nicht blutleer und abstrakt, aufgesetzt oder akademisch daherkam, sondern eine sympathisch-offene Emotionalität, Freude am eigenen virtuosen Tun, Humor in der Sache, kritische Reflexion und naive Sentimentalität gleichermaßen ausstrahlte. Eine musikalische Avantgarde, die den Status gehobener Unterhaltung lange hinter sich gelassen hat und dennoch erfrischend und unmittelbar die Sinne anspricht, angenehme Empfindungen hervorruft, zum
Abschalten und Nachdenken über ein „innovatives Klang-Multiversum mit Sinn
und Seele“ anregt.
Dr. Helmut Schönecker
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Es ist noch ein Sammlerstück erhältlich!
Die Duo LP von Thomas & Martin featuring Lauren Newton (Vocals):„IT´S ALL INSIDE“
Darauf: Eine einzigartige Adaption von Steve Erquiagas „Narragansett “.
Und Thomas spielt „Waldzither“ in einer speziellen Stimmung – sehr charmante Musik…